Posaune kaufen: Neu oder gebraucht? Dein Guide zu Preisklassen & dem perfekten Test

Posaune kaufen: Neu oder gebraucht? Dein Guide zu Preisklassen & dem perfekten Test

Die Entscheidung ist gefallen: Ein Instrument muss her. Doch dann stehst du vor einem riesigen Markt und tausenden Fragen. Soll es frisch aus der Fabrik kommen oder darf es eine Geschichte haben? Wieviel Geld muss ich für welche Qualität wirklich ausgeben? Und worauf achte ich beim Anspielen?

Als Blechbläser haben wir einen riesigen Vorteil gegenüber Holzbläsern: Unsere Instrumente altern bei guter Pflege kaum. In diesem Guide helfen wir dir, die richtige Entscheidung für dein Budget und deine Ansprüche zu treffen.

Die Glaubensfrage: Neu vs. Gebraucht

Das ist die erste Weiche, die du stellst. Beide Welten haben ihre Berechtigung, aber gerade im Blechbläser-Bereich wird der Gebrauchtmarkt oft unterschätzt.

Option A: Das Neuinstrument

Der Reiz des Neuen ist verständlich: Alles glänzt, keine Kratzer, du bist der erste Besitzer.

  • Pro: Herstellergarantie, moderne Ergonomie, makellose Optik.
  • Der Verfügbarkeits-Faktor: Es gibt fantastische neue Instrumente, wie zum Beispiel die großartige S.E. Shires Q30, die auf dem Gebrauchtmarkt so gut wie nicht zu finden sind. Warum? Weil sie entweder noch zu neu auf dem Markt sind oder so beliebt, dass ihre Besitzer sie schlichtweg nicht mehr hergeben. Wenn du genau dieses Modell willst, führt am Neukauf meist kein Weg vorbei.
  • Contra: Der Wertverlust. Ähnlich wie bei Neuwagen verliert ein Instrument in dem Moment massiv an Wert, in dem du den Laden verlässt (oft 20-30% sofort).

Option B: Das gebrauchte Marken-Instrument (Vintage)

Hier bekommst du oft „mehr Instrument fürs Geld“. Eine 20 Jahre alte Bach Stradivarius oder Yamaha Xeno klingt heute oft noch besser als damals, weil sich das Material „eingeschwungen“ hat.

Warum alle Welt von „Vintage“ spricht: Die Legenden

Es ist kein Zufall, dass Profis oft auf alten Instrumenten spielen. Modelle wie die Conn 88H oder die Bach 42 haben seit ihrer Markteinführung in den 1950er Jahren die Posaunenwelt regelrecht dominiert. Sie sind auf tausenden legendären Aufnahmen zu hören und haben unser heutiges Klangideal geprägt.

Nahezu jeder Hersteller hat versucht, diese Ikonen zu kopieren oder neu zu interpretieren – doch das Original bleibt oft unerreicht. Dasselbe gilt für die Jazz-Welt: Instrumente wie die King 2B und 3B oder die Conn 6H und 48H sind bis heute der Standard für Big-Band und Solo-Sound.

Besonders Exemplare aus den „goldenen Ären“ gelten unter Kennern als so etwas wie der Heilige Gral. Dazu zählen vor allem:

  • Bach: Die legendären Mount Vernon oder Corporation Baujahre.
  • King: Instrumente aus der H. N. White Ära.
  • Conn: Die echten Elkhart Modelle (gebaut bis 1970).

Es sind Instrumente mit Charakter und einer Ansprache, die moderne Fabrikware oft einfach nicht replizieren kann.

  • Pro: Enorme Wertstabilität (du bekommst beim Wiederverkauf oft fast denselben Preis), bessere Materialien als bei heutigen Massenproduktionen, einzigartiger Charakter.
  • Die Lösung: Kaufe gebraucht nur vom Fachhändler. Wir prüfen jedes Instrument, reinigen es professionell (Ultraschall) und stellen Ventile sowie Züge perfekt ein. Und weil wir von unserer Arbeit überzeugt sind, erhältst du bei uns immer 2 Jahre Garantie und 30 Tage Rückgaberecht. Damit du wirklich kein Risiko eingehst, sind Versand und Retoure innerhalb Deutschlands für dich kostenlos.

Preisklassen: Was bekommst du für dein Geld?

Egal ob Trompete, Posaune oder Tuba – die Kategorien sind ähnlich.

1. Einsteiger (Low Budget)

Hier stehen Funktionalität und Robustheit an erster Stelle. Ein Schüler-Instrument muss mechanisch zuverlässig sein, leicht ansprechen und den oft rauen Alltag im Schulbus oder Musikverein überleben.

Die Ausstattung ist hier meist zweckmäßig gehalten: Du erhältst in der Regel einen einfachen Koffer (Lightcase) und ein Standard-Mundstück, das für den Anfang reicht, aber keine besonderen klanglichen Eigenschaften bietet.

⚠️ Wichtige Warnung:

Im Internet geistern teilweise extrem günstige Posaunen und Trompeten herum (Neupreis oft unter 300 €). Davon raten wir unbedingt ab – die Qualität ist miserabel.

Oft laufen die Züge schon ab Werk schlecht, das Blech ist extrem weich und Ersatzteile gibt es nicht. Wer hier spart, kauft zweimal. Das Instrument bremst den Schüler aus, statt ihm zu helfen.


Die bessere Alternative:

Wähle stattdessen Marken, die auch im Einsteiger-Bereich einen guten Namen haben, wie Jupiter, Yamaha, Roy Benson, Arnolds & Sons oder Eastman.

Hier bekommst du solide Mechanik und gute Intonation – egal ob du das Instrument neu kaufst oder gebraucht vom Fachhändler.

2. Mittelklasse / Aufsteiger

Du merkst, dass dein Schüler-Instrument dich musikalisch begrenzt? Dann gehörst du hierher.

  • Unterschied: Hochwertigere Legierungen (teils Goldmessingbecher für wärmeren Sound), engere Toleranzen bei den Ventilen und Zügen sowie aufwendiger gefertigte Schallbecher.
  • Zielgruppe: Engagierte Amateure, Posaunenchöre, Musikvereine.

3. Profi-Klasse (High End)

Hier suchst du nicht mehr irgendein Instrument, sondern deine Stimme.

  • Besonderheit: Deutlich mehr Handarbeit. Hier findest du handgehämmerte oder handgedrehte Schallstücke, die frei schwingen können. Technisch kommen teilweise besondere Ventile wie Axial-Flow- oder Hagmann-Ventile zum Einsatz. Dazu gesellen sich aufwendigere Rohrführungen wie Open Wrap, Half Open Wrap oder X-Shape, die für einen widerstandsfreien Luftfluss sorgen. Auch optisch und ergonomisch ist das Oberklasse: Aufwendige Handgravuren, besondere Finishes (z.B. gebürstet, vergoldet oder Antik-Look) sowie Features wie austauschbare Mundrohre, Trigger und Heavy Caps gehören hier zum Standard.
  • Preis-Tipp: Ein neues Profi-Instrument kostet oft 3.000 € bis 5.000 € (oder bei Tuben weit über 10.000 €). Gebraucht bekommst du diese Top-Modelle oft für die Hälfte – technisch aber im Neuzustand, wenn sie aus unserer Werkstatt kommen.

Richtig Anspielen: So findest du „Dein“ Instrument

Du hast 2-3 Favoriten in der engeren Auswahl? Perfekt! Du hast zwei Möglichkeiten, diese zu testen – und beide haben ihre Vorteile:

  • Bestellung nach Hause: Lass dir das Instrument bequem zuschicken – innerhalb Deutschlands sind Versand und Retoure gratis! Viele Musiker schwören darauf, in ihrer gewohnten akustischen Umgebung zu testen. Du hast keinen Zeitdruck und kannst das Instrument in Ruhe in deinem Übungszimmer oder sogar bei der nächsten Probe checken.
  • Besuch im Laden: Komm vorbei! Hier kannst du direkt mehrere Modelle vergleichen, profitierst von unserer Beratung und wir können sofort auf deine Wünsche eingehen.

Egal für welchen Weg du dich entscheidest – gehe beim Testen systematisch vor:

  1. Das eigene Mundstück: Bring immer dein gewohntes Mundstück mit (oder nutze es zu Hause). Nur so hast du eine konstante Variable und kannst das Instrument wirklich beurteilen.
  2. Die Referenz: Spiel dich auf deinem alten Instrument ein. Das ist dein „Nullpunkt“. Dann wechsele zum neuen. Merkst du sofort eine Verbesserung (Leichtigkeit, Sound, Intonation)?
  3. Blindtest & Gefühl: Lass dich nicht vom Glanz blenden. Schließ die Augen. Wie liegt das Instrument in der Hand? Sind die Ventile/der Zug dort, wo deine Finger sie erwarten? Ein Instrument muss sich ergonomisch anfühlen wie ein maßgeschneiderter Anzug.
  4. Der Raum: Ein kleiner, gefliester Raum lässt alles toll klingen. Teste das Instrument idealerweise dort, wo es nicht „schönt“ – oder nimm eine zweite Person mit, die in ein paar Metern Abstand zuhört.
  5. Intonations-Check: Spiel nicht nur schnelle Läufe. Spiel lange Töne, Oktavsprünge und Quinten. Rasten die Töne ein („Slotting“)? Musst du viel korrigieren oder macht das Instrument die Arbeit für dich?
  6. Dynamik & Ansprache: Trau dich an die Extreme! Spiele von ganz leise (pianissimo) bis ganz laut (fortissimo).
    • Spricht der Ton im Leisen sofort an, kannst du flüsterleise spielen?
    • Bleibt der Ton im Lauten stabil oder bricht er aus? Magst du es eher explosiv oder kontrolliert?
    • Teste auch die Artikulation: Wie reagiert das Instrument auf schnelle, harte Stöße im Vergleich zu weichem Legato? Triffst du die Töne genau im Zentrum?

Fazit

Ob neu oder gebraucht hängt von deinem Budget und deiner Einstellung ab. Wenn du jedoch maximalen Klang für dein Geld suchst und Wertverlust vermeiden willst, ist ein geprüftes gebrauchtes Profi-Instrument fast immer die klügere Wahl als ein mittelmäßiges Neuinstrument.

Schau dich in unserem Shop um oder besuche uns direkt – vielleicht wartet dein Traum-Instrument (die King Silversonic deiner Träume oder eine alte Conn 88H aus Elkhart?) schon frisch poliert auf dich. Und dank 30 Tagen Rückgaberecht sowie kostenlosem Versand und Retoure (in DE) kaufst du bei uns immer ohne Risiko – egal ob online oder vor Ort.

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