Deine Posaune ist mehr als nur ein Instrument – sie ist dein Werkzeug. Damit du den vollen, strahlenden Klang genießen kannst und das Spielen Spaß macht, muss vor allem die Technik mitspielen. Nichts nervt mehr als ein kratzender Zug beim Solo oder ein hängendes Ventil mitten im Konzert.
In diesem Artikel zeige ich dir, worauf du bei der Pflege achten musst, welches Zubehör wirklich Sinn macht und wie du die Lebensdauer deiner Posaune massiv verlängerst.
Das Wichtigste zuerst: Dein Spielzug
Der Zug ist der Motor deiner Posaune. Er muss immer leicht, schnell und geräuschlos laufen. Ein schlecht gepflegter Zug bremst dich nicht nur spielerisch aus, sondern kann durch Reibung und Abrieb dauerhaft Schaden nehmen.
Deine Routine (1x pro Woche)
Spätestens einmal pro Woche solltest du den Zug neu schmieren. Aber Vorsicht: Kippe niemals einfach neues Mittel auf den alten Dreck!
-
Reinigen:
- Innenzug: Wische die verchromten Rohre gründlich ab. Hierfür ist das Yamaha Polishing Gauze ideal – es ist fusselfrei und nimmt alten Schmutz perfekt auf.
- Außenzug: Wische diesen unbedingt von innen aus. Dafür fädelst du das Yamaha Polishing Gauze einfach durch den Schlitz deines Wischerstabs. Alternativ – und noch einfacher in der Handhabung – kannst du die praktischen Slide-O-Mix Frottee-Überzieher über den Stab ziehen. Beide Methoden sorgen dafür, dass der alte Belag restlos entfernt wird.
- Schmieren: Erst wenn alles sauber und trocken ist, trägst du das neue Gleitmittel auf.
Welches Mittel passt zu deiner Posaune?
Das hängt stark vom Alter und Zustand deines Instruments ab:
- Für moderne Posaunen (enger Lauf, guter Zustand): Hier funktionieren moderne 2-Komponenten-Systeme oder hochwertige Fertigmischungen am besten. Meine Empfehlung: Greif zu Produkten von Yamaha, Reka, Ultra-Pure oder dem bewährten Slide-O-Mix.
- Für ältere Modelle (oder Züge mit etwas mehr Spiel): Hier brauchst du eine Substanz, die besser haftet und den Spalt füllt. Klassische Cremes sind hier unschlagbar. Die besten Ergebnisse erzielst du mit Trombotine, Bach Slide Cream oder La Tromba Slide Cream.
Hygiene am Mundstück (Alle 1-2 Wochen)
Dein Mundstück ist der direkteste Kontaktpunkt zum Instrument. Es ist warm, feucht und dunkel – ein Paradies für Bakterien.
Spätestens alle 1 bis 2 Wochen solltest du das Mundstück reinigen. Einfaches Durchspülen mit Wasser reicht oft nicht, um Kalk und Beläge zu lösen.
- Nutze einen MPC Cleaner (Mundstückreiniger-Spray), um Rückstände zu lösen und das Mundstück zu desinfizieren.
- Ganz wichtig: Geh mit einer Mundstückbürste (z. B. der von Reka) durch den Schaft. Nur so entfernst du den Schmutz mechanisch und sorgst für freien Luftfluss und Hygiene.
Pflege des Quartventils (Alle 2-4 Wochen)
Hat deine Posaune ein Quartventil? Dann braucht es besondere Liebe. Auch wenn du es selten benutzt, muss es geölt werden, damit es nicht festkorrodiert.
So machst du es richtig:
Gib alle 2 bis 4 Wochen ein paar Tropfen Öl direkt in das Ventil (meistens über den Zug des Ventils erreichbar).
- Das richtige Öl: Hier darfst du nur spezielles, dünnflüssiges Ventilöl verwenden. Perfekt geeignet sind Bach Rotor Oil oder Ultra Pure Valve Oil.
- Wichtig: Nimm auf keinen Fall Zugöl oder Fett für die Ventile! Das verklebt die feine Mechanik sofort.
ACHTUNG: Drehventile sind komplexe mechanische Bauteile. Bitte baue Drehventile niemals selbst auseinander, um sie zu reinigen! Das Zusammensetzen ist kompliziert und erfordert oft Spezialwerkzeug. Wenn das Ventil klemmt, komm lieber zu uns in die Werkstatt.
Die Stimmzüge (Alle 1-2 Monate)
Oft vergessen, aber wichtig für die Stimmung: Die Stimmzüge.
Etwa alle 1 bis 2 Monate solltest du alle Stimmzüge einmal komplett herausziehen.
- Entferne das alte Fett (das oft schon zäh und klebrig ist) mit einem Tuch.
- Trage frisches Zugfett auf.
- Bewege den Zug hin und her, um das Fett gut zu verteilen.
Dafür kannst du die festen Zugfette nutzen, die oft in den Pflegesets enthalten sind.
Tiefenreinigung und der Profi-Check
Damit deine Posaune dich über Jahre begleitet, solltest du langfristig denken und ihr ab und zu ein richtiges Wellness-Programm gönnen:
- Die Innenreinigung (Alle 1-2 Monate): Gönn deiner Posaune ein kurzes Bad. Befülle die Teile des Instruments mit handwarmem Wasser (Achtung: Niemals heißes Wasser verwenden, das kann dem Lack schaden!) und gib eine passende Seife dazu (z. B. spezielle Reinigungsseife für Blechbläser). Lass das Ganze ein paar Minuten einweichen, damit sich festsitzende Rückstände lösen. Erst danach bürstest du den Innenzug und die Rohre gründlich mit einer flexiblen Reinigungsbürste (Spirale) aus. Das spült Bakterien raus und verhindert Zinkfraß von innen.
- Wartung (Alle 1-2 Jahre): Auch bei bester Pflege zu Hause: Bring dein Instrument alle 1 bis 2 Jahre zum Profi-Check. Eine professionelle Chemische- oder Ultraschallreinigung kommt auch in die kleinsten Winkel. Außerdem erneuern wir dabei Anschlaggummis, Korken und richten den Zug perfekt aus – das erhält den Wert deiner Posaune enorm.
Glanzleistung: Pflege von Lack und Oberfläche
Damit deine Posaune nicht nur gut klingt, sondern auch gut aussieht, solltest du die Oberfläche pflegen. Schweiß und Handsäure können dem Material auf Dauer zusetzen.
Wichtigste Regel: Verwende immer ein neues, perfekt sauberes und weiches Tuch, um Kratzer durch Staubpartikel zu vermeiden (Mikrokratzer).
Das richtige Mittel für deine Oberfläche:
- Lackierte Instrumente: Hier sorgt z. B. Ultra Pure Lacquer Polish für Schutz und Glanz.
- Unlackierte Messing-Instrumente: Diese kannst du mit einer geeigneten Metallpolitur wieder auf Hochglanz bringen.
- Versilberte / Sterling-Silber Instrumente: Hier greifst du am besten zu einer speziellen Silberpolitur, um das Anlaufen zu verhindern oder zu beseitigen.
Unsere Empfehlung: Alles in einem Set
Du hast keine Lust, dir jedes Bürstchen und Öl einzeln zusammenzusuchen? Wir haben praktische Reinigungssets für dich, in denen die wichtigsten Tücher, Öle und Bürsten schon drin sind.
Perfekt für den Start sind die Komplett-Sets von:
- Ultra Pure
- Reka
- Arnolds & Sons
Fazit: Eine saubere Posaune spielt sich leichter, klingt besser und hält länger. Nimm dir die paar Minuten pro Woche Zeit – du wirst den Unterschied beim Spielen sofort merken!