Die Wahl der passenden Posaune hängt von Alter, Spielniveau, Musikrichtung und persönlichen Vorlieben ab. Grundsätzlich gibt es fünf Haupt-Posaunentypen – und zusätzlich verschiedene Baugrößen, die sich in Klang und Spielgefühl deutlich unterscheiden.
Haupt-Posaunentypen
- Tenorposaune ohne Quartventil
– Der vielseitigste Allrounder für Unterricht, Blasorchester, Band und Ensemble.
– Leichter als Ventil-Modelle, weniger wartungsintensiv und meist günstiger.
– Erhältlich in enger oder weiter Bohrung; enger = brillanter, weiter = voller und tragfähiger.
– Jazz: kleinere Bauformen mit schneller Ansprache und knackigem Ton.
– Klassik/Ensemble: größere Bauformen für breiten, warmen Klang.
- Tenorposaune mit Quartventil
– Zusätzliche Ventilfunktion erleichtert das Spiel in den tiefen Lagen und verkürzt weite Züge.
– Sehr beliebt in sinfonischen Werken, Posaunenchor und moderner Literatur.
– Etwas schwerer und teurer, dafür deutlich flexibler im unteren Register.
– Sinnvoll, wenn tiefe Passagen, schnelle Lagenwechsel oder lange Proben auf dem Programm stehen.
- Kompaktposaune (Kinderposaune)
– Für Kinder ab ca. 7 Jahren: kürzerer Zug plus Sekundventil für den vollen Tonumfang.
– Ergonomisch zu halten; hilft, eine saubere Haltung und Intonation früh zu entwickeln.
– Späterer Umstieg auf eine „normale“ Tenorposaune ist problemlos möglich.
- Altposaune
– In Es (Eb) gestimmt; Positionen unterscheiden sich von der Tenorposaune.
– Heller, schlanker Klang – vor allem für barocke/klassische Orchesterpartien und Chorliteratur.
– Spezialisierter Klangcharakter; eher als Ergänzung zum Tenorinstrument gedacht.
- Bassposaune
– Größte gebräuchliche Posaune (in B/Bb); meist zwei Ventile für sehr tiefe Lagen.
– Breiter, massiver Klang mit viel Fundament; gefragt in Orchester, Film-/Game-Musik und Big Band (Bass-Posaune).
– Benötigt etwas mehr Luft und Kraft, belohnt aber mit imposanter Klangfülle.
Baugrößen & Einsatzbereiche
Einsteigerposaune
– In allen gängigen Größen erhältlich; robust und preisgünstig durch höheren Anteil maschineller Fertigung.
– Häufig einfachere Materialien und Koffer/Zubehör, dafür alltagstauglich und unempfindlich.
– Ideal für Musikschulen, Bläserklassen und als erstes eigenes Instrument.
– Achte auf leichtgängigen Zug und solide Grundintonation – das erleichtert den Start enorm.
Jazzposaune
– Ohne Quartventil, kleine Bohrung (bis ca. 12,9 mm), Schallbecher um 203 mm.
– Schnelle Ansprache, präsenter „Biss“ im Ton; erleichtert Spiel in der Höhe und Sololinien.
– Perfekt für Big Band, Swing, Funk, Pop – setzt sich im Mix gut durch, ohne zu schwer zu werden.
Medium-Large Bore Posaune
– Bohrung um ca. 13,34 mm: der goldene Mittelweg zwischen Jazz-Agilität und klassischer Fülle.
– Beliebt bei Spieler:innen, die stilistisch flexibel sein müssen (Musical, Pop-Orchester, Vereins- und Sinfonisches Blasorchester).
– Liefert ausgewogenen Widerstand und eine breite dynamische Spanne.
Klassische Posaune
– Orchester-„Standard“: Schallbecher ca. 216 mm, Bohrung ca. 13,89 mm, meist mit Quartventil.
– Großer, warmer Ton mit viel Tragfähigkeit – von samtig leise bis „heroisch“ im Forte.
– Ideal für romantische und moderne Orchesterliteratur, sinfonische Blasorchester und anspruchsvolle Kammermusik.
Fazit: Die richtige Wahl treffen
- Kinder unter 10 Jahren: Kompaktposaune
- Anfänger & Schule: Einsteigerposaune
- Jazz/Pop: Jazzposaune (kleine Bohrung)
- Genre-Mix: Medium-Large Bore
- Klassik: Große Tenorposaune oder Bassposaune mit Quartventil
- Späterer Wechsel ist jederzeit möglich – Tipp: Haltehilfen erhöhen den Spielkomfort